Ein fröhliches Hallo!

Liebe Leserinnen und Leser,

als Mitautorin möchte ich mich Ihnen kurz vorstellen.

Die schlechte Nachricht zu Beginn:

Ich bin ein unerschütterlicher Optimist und glaube fest an das Gute im Menschen.
An das Gute im Menschen, das ihm – von wo auch immer – mitgegeben wurde und dieses Gute in die Welt zu tragen das eigentliche Bedürfnis eines jeden Menschen ist. Damit meine ich auch das Gute im Menschen, das er in sich trägt und als Potential zum einen – wiederum von wo auch immer – geschenkt bekommen und sich zum anderen im Laufe seines Lebens mehr oder minder hart oder auch schmerzvoll erarbeitet hat. Ich glaube an die Kraft in jedem Menschen, sein Leben und Schicksal zu meistern, sich selbst zu entdecken, an die jedem Menschen innewohnende Stärke, die sicher nicht unerschütterlich, aber in jedem Fall unauslöschlich ist und an das ebenso in jedem Menschen vorhandene Potential von Freude.

Sollten Sie gerade Luft holen, zum „Ommmm“ ansetzen und dabei überlegen, wo Sie Ihre Räucherstäbchen hingelegt haben: Atmen Sie aus! Entspannen Sie sich! Vergessen Sie die Räucherstäbchen! Es folgt natürlich auch:

Die gute Nachricht:

Als jener optimistische Mensch, der  „ab Werk“ mit einer Spastik und zwei nicht ganz mängelfreien Hüftgelenken versehen ist, habe ich, weil  „Herr Rücken“ irgendwann wegen der ständigen windschiefen Haltung beleidigt war, Erfahrungen mit Schmerzen. Im Verlaufe einer Krebserkrankung kenne ich auch das sich „durchkotzen“ während einer Chemo mit allem, was einer solchen Erkrankung folgt und mir an Herausforderungen gestellt hat.

Wenn ich mich fragen würde, weshalb mir all das widerfahren ist – was ich allerdings nicht tue, weil die Warum-Frage nur Zeit und Energie raubt und nichts bringt – könnte ich mir diese Frage jetzt zumindest damit beantworten, dass ich mich dadurch doch zur Mitarbeit an diesem Ratgeber „qualifiziert“ habe. Mein ehrliches und tiefes Anliegen ist es jedoch, Ihnen als Schmerzpatient und dessen Angehörigen zu vielen Themen in diesem Ratgeber meine Sicht aus der Patientenperspektive  zu schildern. Offen und ehrlich, manches Mal sicher kritisch und ganz oft mit  – vielleicht etwas schrägem – Humor. Nicht etwa aus der Position heraus, dass nur ich allein weiss, wie man „richtig“ mit Schmerz umgeht, sondern als absichtsloser Begleiter Ihres Weges in der Hoffnung, es ist etwas in all dem Niedergeschriebenen, in dem Sie sich wieder finden. Es ist etwas dabei, dass Sie stärkt, Ihnen neue Perspektiven geben kann und Sie vielleicht auch einfach mal herzlich Lachen können. Lachen kann der Schmerz nämlich überhaupt nicht leiden.

Liebe Ärzte – vermutlich werden auch Sie den einen oder anderen von mir verfassten Artikel lesen. Dafür herzlichen Dank und: Bei Risiken und Nebenwirkungen… na, Sie kennen das ja.

Herrn Dr. Juraj Artner

…habe ich anno 2011 im Rahmen einer Schmerztherapie als meinen mich behandelnden – und manchmal mit „bösen Mücken“ plagenden – Arzt kennenlernen dürfen, wobei ich „dürfen“ tatsächlich aus vollem Herzen so meine.

Was unseren medizinisch miteinander gegangenen Weg sicher geprägt hat, ist eine große Offenheit und Ehrlichkeit, ein durchaus auch kontroverses sich austauschen können, zu guter Letzt aber immer einen herzerfrischenden Humor, der manchen schmerzhaften Stich der „bösen Mücke“ auf jeden Fall leichter hat werden lassen – für mich zumindest.

Als Herr Dr.  Artner mich gefragt hat, ob ich an diesem Ratgeber mitwirken möchte, habe ich mit Freude sofort ja gesagt. Ich wünsche mir sehr, dass von dieser Freude – in aller Ernsthaftigkeit der Themen – ein Funken auf Sie überspringt.

Nachstehend noch einige Zeilen von Ulrich Schaffer, die mich seit einigen Jahren begleiten – sie stellen mich besser vor als jede von Zahlen geprägte Vita:

Nicht aufhören

Ich habe mich gefragt und mir geantwortet:

Ich will mit Offenheit hineingehen in die Welt, ganz gleich, wie groß das Risiko ist.

Ich habe mich für das Leben entschieden, für die Bewegung und nicht den Stillstand und für die Verletzbarkeit, weil ich immer an Schmerzen gewachsen bin.

Ich wähle das unglaubliche Abenteuer verwegener Gedanken, das Erwachen zu neuen Wegen, auf denen ich selbst neu werde, und ich übe die Leichtigkeit, in der ich Probleme belächeln kann.

Ich gehe nicht unter in der Suche nach sinnvollem Leben. Ich tue mir nicht leid, wenn es schwer wird.

 Ich erwarte keine leichten Antworten und nicht das Glück bei jedem Schritt.

Weil das Leben mich liebt, mutet es mir viel zu, und ich werde alles bestehen.

 Und mehr als das: Ich werde erfüllt leben und nicht aufhören zu suchen und nicht aufhören zu finden.

 Ulrich Schaffer

Ich wünsche Ihnen von Herzen eine Ihnen wohltuende Lektüre dieses Ratgebers.
Seien Sie neugierig. Mutig. Überrascht.

Herzlich

Claudia Schneider

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6 Gedanken zu „Ein fröhliches Hallo!

  1. Ach werte Frau Schneider……
    so einfach ist das alles nicht. Auch der achso hochstillisierte Optimismus nicht. Es gibt leider auch in (eigentlich) Kliniken ärzte die denken : Der ist austherapiert,da macht es doch eh keinen Sinn mehr…….und schon nach den ersten fixen Diagnosen mental abschalten.
    Doch ihren munteren Schreibstil…….den mag man noch schmunzelt ab und an verfolgen.
    In dem Sinne vorerst……
    Lg aus Steinhude
    Ralf Ziörjen

    1. Lieber Herr Ziörjen,

      erst einmal herzlichen Dank für Ihren Kommentar. Das freut mich sehr, weil es diese Seite lebendig werden lässt und einen Austausch möglich macht. Wie schön!! Sie haben komplett recht – so einfach ist das alles nicht. Die Erfahrung habe ich auch gemacht und ich war oft wirklich wenig optimistisch, wenn ich feststellen musste, wie schnell man von Ärzten in eine Schublade gesteckt wird. Diagnose – Feststellung – Schublade auf – Patient rein – Schublade zu (…dabei das Schimpfen aus der Schublade tunlichst ignorieren…) und gut. Zumindest für den Arzt. Aber es gibt zum Glück Ausnahmen, die muss man finden.

      Auch beim „hochstilisierten Optimismus“ bin ich bei Ihnen. Den mag ich auch nicht, weil er nach meinem Gefühl und nach meiner Wahrnehmung oft aufgesetzt und wenig echt ist. Mein ehrlicher Optimismus kommt aus einer Reihe knackiger Lebenserfahrungen, die hart waren, die Mut und Kraft gekostet haben, die ich aber alle über kurz oder lang (manchmal auch sehr lang) nicht nur überlebt und bewältigt habe, sondern mir ein Leben – mein Leben – als Geschenk da gelassen haben. Gepaart mit diesem Optimismus ist – und hier „oute“ ich mich jetzt halt mal… – auch ein nicht unerheblicher Dickkopf. Wenn Plan A und B nicht funktionieren, dann eben Plan C und D und… – wofür hat das Alphabet 26 Buchstaben?
      Mich wollte man schon in Frührente schicken – für mich ein absolutes no go. Den Weg zur Schmerztherapie mit Herrn Dr. Artner habe ich über einen Physiotherapeuten gefunden, den ich am Morgen nach der Hiobsbotschaft „Frührente“ hochempört erklärt habe, dass das mit mir nicht funktioniert und ich das in keinem Fall zulassen werde. DAS IST NICHT MEIN WEG. Hier kam zum Dickkopf dann auch noch der Trotzkopf dazu und dann… gibt es echt keinen Weg zurück. Durch den Rat dieses Physiotherapeuten – dem ich nach all den Jahren immer noch unendlich dankbar dafür bin – hat sich eine Teiletappe aufgetan, die es mir ermöglicht hat, meinen Weg weiter zu gehen. Fazit war für mich: Auch hier hat sich mein Optimismus, mein nicht aufgeben und mein dickschädlig sein gelohnt. Auch aufgrund dieser Erfahrung glaube ich an die Sonne hinter den Wolken – das klingt so rosarot, aber ich meine es tatsächlich aus vollem Herzen so.

      Nicht aufgeben lohnt sich, auch wenn es manchmal wirklich richtig schwer ist. Ehrlich.

      Haben Sie lieben Dank für Ihr Lob ob meines Schreibstils 🙂 Das freut mich wirklich von Herzen, so ich spüre, es kommt nicht nur etwas rüber, sondern es kommt auch so rüber, wie ich es meine. Das ist schön!

      Herzliche Grüße und eine große Ladung Sonnenstrahlen für Sie
      Claudia Schneider

    2. Sehr geehrter Herr Ziörrjen,
      danke für Ihren Beitrag. Ich verstehe auch Ihren Frust bez. der ärztlichen Einstellung. Falls wir Ihnen helfen können, melden Sie sich doch mal.
      Denn…austherapiert gibt es nicht.
      Liebe Grüße
      jArtner

      1. Doch…leiderja…..und das in D.das hätte ich auch nicht gedacht.

        https://www.ralfzioerjen.eu/50-faustschlag/

        Wenn Docs beim Suchen nach für mich bezahlbaren Alternativen bzw.Inhaltsstoffen wieder kritisch und leise „Pecunia“ ausspricht, dann ahne ich bereits : Mit modernem Gesundheitssystem/Medizin hat das nichts…..nichts mehr zu tun. Wenn Gesundheit nicht mehr bezahlbar wird.
        Wer meine Homepage ließt,erkennt langsam das man aufgibt ,resigniert und nur noch aufs Ende wartet.Ich kann nur hoffen,das die neusten Umfragen über begleitenden Suizid politich gehört werden, denn dann..bin ich der 1ste in der Schlange. Sorry,bin verbittert genug, für den „Extrem Schön“ und Ernährungsdocs und Neurochirurgen nur noch eine Farce darstellen. in dem Sinne,bleiben Sie ja Gesund..
        Lg aus Steinhude
        Ralf Ziörjen

  2. Lieber Herr Ziörjen,

    ich musste mir einige Zeit nehmen, um Ihren Kommentar zu verdauen und angemessene Worte zu finden, Ihnen zu antworten. Seit dem Lesen Ihrer Zeilen geht mir etwas nicht aus dem Sinn, das mir eine liebe Freundin vor einiger Zeit gesagt hat:

    „Wenn der Feind uns die Sonne verdunkelt, kämpfen wir auch im Schatten.“

    Ich verstehe Ihre Resignation und Ihre Verbitterung. Allerdings darin zu verharren, obwohl Sie – für mich hoffnungsvoll – auf dieser Seite gelandet sind, verstehe ich nicht. Mit Herrn Dr. Artner haben Sie mit Sicherheit keinen dieser oberflächlichen und mediengeilen „Extrem schön“-Docs vor sich, wie man sie wohl von RTL und Co. kennt, sondern einen „extrem gut“ Doc. Ob er eine Lösung hat, kann ich Ihnen freilich nicht versprechen. Was ich Ihnen aber versprechen kann, ist seine Kompetenz, seine Gründlichkeit und Hartnäckigkeit und vor allem seine Aufrichtigkeit. Nutzen Sie diese Chance und suchen Sie das Gespräch mit ihm. Ich finde, das Leben ist ein zu wertvolles Geschenk, um es freiwillig herzugeben und damit umzugehen, als hätten wir noch ein zweites im Nachfüllpack. Aufgeben können Sie immer noch – diese Option, so dies eine Option für Sie ist – bleibt Ihnen ja unbenommen.

    Ich wünsche Ihnen allen erdenklichen Mut und die Kraft, diese Chance mit Herrn Dr. Artner zu nutzen und würde mich wirklich unsagbar freuen, wenn Sie es tun.

    Herzlich
    Claudia Schneider

    1. Lieber Herr Ziörjen,

      haben Sie herzlichen Dank für Ihre ausführliche Antwort, die wir aus personenschutz- und datenschutzrechtlichen Gründen nicht veröffentlichen werden. Wie Sie sich denken können – so gut kennen Sie mich inzwischen wohl schon 🙂 – bin ich im Aufgeben furchtbar schlecht und möchte Sie von ganzem Herzen um folgendes bitten:

      Nehmen Sie mit Herrn Dr. Artner direkt Kontakt auf. Das ist möglich am Dienstag (also morgen) zwischen 13-15 Uhr unter der Telefon-Nummer 08652 57-48 52 52.

      Ich denke, das ist ein guter und wichtiger Schritt und Sie haben nichts zu verlieren.

      Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir von Ihrem Telefonat berichten und grüße Sie herzlich

      Claudia Schneider

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